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Im Jahr 1906 wurden die Linien Ernstbrunn - Hohenau und Gaweinstal - Mistelbach fertiggestellt. Diese Strecken
wurden von den Niederösterreichischen Landesbahnen gebaut, welche in
Mistelbach einen eigenen, zweiten Bahnhof errichtete (Lokalbahnhof bzw.
Landesbahnhof). An diesem Schnittpunkt entstanden auch umfangreiche Wartungs-
und Reparaturwerkstätten, die in den folgenden Jahren sogar noch erweitert
wurden. So gab es in Mistelbach
eine eigene Hauptwerkstätte, die die Lokomotiven im Weinviertel betreute.
Auch eine Drehscheibe war vorhanden- diese wurde aber, da sie zu klein war,
bereits in den 1930er Jahren abgebaut. In dieser Zeit wurden von Mistelbach
aus auch Benzintriebwagen eingesetzt. |
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Nach dem zweiten Weltkrieg
gewann Mistelbach LB durch die Schließung der kleineren Zugförderungen (Zistersdorf, Dobermannsdorf, Poysdorf) immer mehr an Bedeutung. Zur Blüte des
Dampfbetriebes Mitte der 1960er Jahre waren rund 600 Personen am
Landesbahnhof beschäftigt. Ende der 60er Jahre begann die Verdieselung der Weinviertler Nebenbahnen und damit auch das Ende des
wartungsintensiven Dampfbetriebes. Mistelbach war der
vorletzte normalspurige Dampflokstützpunkt (bis Anfang 1976), nur von Strasshof aus wurden noch länger Dampfloks betreut (bis
Ende 1976). Danach waren verschiedenste Dieselloks und Dieseltriebwagen der
Zugförderung Mistelbach zugeteilt. Die Werkstätte wurde aufgelassen,
allerdings wurde noch in den 1990er Jahren in der ehemaligen Hauptwerkstätte
dank vorhandener Achssenke eine Achse eines 5145er getauscht. Nachdem im Mai
1988 auf allen von Mistelbach ausgehenden Nebenbahnen der
Personenverkehr eingestellt worden war und auch der Güterverkehr reduziert
worden war, fanden die meisten Leistungen auf der Schnellbahnstrecke statt. Die letzte am Landesbahnhof
verbliebene Einrichtung- die nunmehr Traktion genannt wurde - übersiedelte
2004 zum Ostbahnhof (Bahnhof der S-Bahn). Damit waren alle Gebäude am
Landesbahnhof leer, die Dieseltankstelle wurde abgebaut und die Achssenke
zugeschüttet. Die Mannschaftsräume der ehemaligen Zugförderung wurden an das
AMS vermietet, die Lokhallen standen leer. Der Abriss des Geländes stand im
Raum. |
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Der Lokschuppen (das linke Gebäude) wird seit 2007 vom
Fahrleitungstrupp ÖBB intern genutzt. Die ehemalige (vollkommen leergeräumte)
Hauptwerkstätte wurde vom Verein Neue Landesbahn ab Mitte 2008 angemietet.
Die Zielsetzung war klar: Es soll dort kein Museum
mit einer umfangreichen Loksammlung errichtet werden - dieses gibt es im
Eisenbahnmuseum Strasshof (www.eisenbahnmuseum-heizhaus.com)
- sondern es sollen Triebfahrzeuge hinterstellt
werden, welche auf den von Mistelbach ausgehenden Linien eingesetzt werden.
Sofort nach der Anmietung durch den Verein Neue Landesbahn wurde mit der
Instandsetzung des Gebäudes begonnen. Der angesammelte Müll wurde entfernt,
die Beleuchtung instand gesetzt, Strom und Wasser wurden wieder schrittweise
in Betrieb genommen. Eine kleine Werkstatt zur Reparatur von Lokomotiven
wurde eingerichtet. Im Außenbereich wurde die vorhandene "Gstettn" abgegraben, planiert, Gras angebaut und
Blumen gepflanzt. Damit wurde eine attraktive Freifläche unter den Bäumen
geschaffen. |
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Ende November 2008 trafen
schließlich die ersten beiden Dampflokomotiven, die 93.1420 und die 93.1421
von der Firma Brenner und Brenner ein. Seitdem werden die beiden Loks in
Mistelbach betreut, und waren bereits mehrmals im Einsatz. Zur Eröffnung im
Juni 2009 wurde auch die 52.7612 von Heiligenstadt nach Mistelbach
überstellt, die seitdem auch in Mistelbach beheimatet ist. Im Jahr 2011 wurde die
93.1420 vom Verein gekauft, somit konnte diese für die Region einst typische
Dampflok für Mistelbach gesichert werden und wird noch viele Fahrten ins
Zayatal, aber auch in angrenzende Destinationen, führen. |
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Informationen
über die nächsten Veranstaltungen Mehr über
die Geschichte der Landesbahn und der Zugförderung Mistelbach können Sie auch
in der Chronik der Landesbahn
nachlesen! |