Die Weinvierteldraisine – Eine Erfolgs-Story
Im August 2003 wanderten vier Eisenbahnfreunde entlang der Strecke Ernstbrunn – Mistelbach Lokalbahn, um sich ein Bild vom Zustand der mittlerweile gesperrten Strecke zu machen. Einige Wochen später war der Verein Neue Landesbahn gegründet. Vereinsziel war und ist die Erhaltung sowie Nutzung des ehemals dichten Weinviertler Nebenbahnnetzes. Erstes Projekt wurde eben die landschaftlich überaus reizvolle Strecke Ernstbrunn – Mistelbach Lb.
Nach zahlreichen Gesprächen mit Politikern und dem Büro des Regionalen Entwicklungsvereines Leiser Berge-Mistelbach konnte in Übereinkunft mit allen Anrainergemeinden die Finanzierung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie für eine allfällige Nutzung der gegenständlichen Bahnlinie erreicht werden.
Diese Studie erbrachte ein Ergebnis, welches einen 3-Stufen-Plan von der Nutzung der Strecke mit Fahrraddraisinen über die Führung von Zügen mit möglichst niedriger Achslast bis hin zur vollwertigen Museumsbahn vorsieht. Dies alles nach Maßgabe der finanziellen Mittel.
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Sogleich wurde mit der Umsetzung von Stufe
1, der Errichtung der ersten Draisinenbahn Niederösterreichs begonnen und
etliche Kostenvoranschläge verschiedenster Anbieter eingeholt, ehe
schlussendlich die Fa.
Steininger aus Schweiggers (NÖ) nach etlichen positiven Verhandlungen
mit diversen Sponsoren den Zuschlag zum Bau von zunächst ca. 25 Draisinen
erhielt.
Gebaut wurden die Draisinen übrigens nach einem Entwurf unseres Obmannstellvertreters Peter Traxler! Mit den ÖBB konnte ein Mietvertrag über die Strecke ausgehandelt werden und so stand der Eröffnung im Mai 2007 nichts mehr im Wege. |
| Die Ehrengäste bei der Eröffnung in der Einstiegsstelle Thomasl bei Ernstbrunn |
Von Beginn weg übertrafen die Besucherzahlen alle Erwartungen, und die Weinvierteldraisine schaffte es auf Anhieb, sich als unverzichtbarer Tourismusfaktor in der Region Leiser Berge-Mistelbach zu etablieren. 6.000 Besucher in der ersten Saison sprechen eine deutliche Sprache.
In der zweiten Saison startete man mit 35 Draisinen gegenüber 28 Stück gegen Ende der ersten Saison voll durch. Eine Frequenz von über 10.000 Besuchern wurde zum Ziel gesetzt. Eine sehr hoch gesetzte Latte, die mit 12.000 durchwegs sehr zufriedenen Gästen wiederum übertroffen wurde.
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Mittlerweile hat auch die Gastronomie die Wertschöpfung in der Region erkannt, und so wurde die „Draisinenalm“, die Labestation in der ehem. Hst. Grafensulz, mit kräftiger Mithilfe der Gemeinde Ladendorf und der Familie Freudhofmeier aus Kreuzstetten, welche den Ausschank durchführt, zu einer attraktiven Jausenstation an der Strecke ausgebaut, die nicht nur die Draisinenradler anlockt… |
| Abfahrt einer Gruppe nach der Stärkung auf der Draisinenalm und einer Instruktion durch den Betriebsleiter | |
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Die eigentliche Attraktion der
Weinvierteldraisine ist jedoch die Landschaft. Die wunderschöne Hügellandschaft
der Leiser Berge bietet den wohl einzigartigen Rahmen für diese überaus
reizvoll gelegene Bahnstrecke, die jeden, der sie einmal besucht hat, in
seinen Bann zieht. Hier, speziell im Naturpark Leiserberge zwischen
Niederleis und Schletz findet man noch unberührte Natur- und
Kulturlandschaft vor, die selbst im Weinviertel ihresgleichen sucht.
Und wer einmal nach erfolgter Stärkung nach den Mühen der Steigung von Niederleis herauf die 20-minütige Abfahrt von der Draisinenalm Grafensulz nach Asparn an der Zaya erlebt hat, für den wird die Weinvierteldraisine ein unvergessliches Erlebnis bleiben. |
| Weinviertler Lokalbahnromantik |
| Angekommen im neu adaptierten Draisinenbahnhof Asparn an der Zaya kann man noch im ehemaligen Wartebereich im typischen Lokalbahnflair die Fahrt bei kleinen Erfrischungen Revue passieren lassen und im Draisinen-Shop in der ehemaligen Fahrdienstleitung eine Chronik über die ehemals von Korneuburg über Mistelbach bis Hohenau durchgehend mit Personenzügen befahrene Strecke erstehen. | ![]() |
| Ursprüngliches Lokalbahnflair im Bahnhof Asparn an der Zaya |
Abschließend sei erwähnt, dass als Verbindung zur Bezirkshauptstadt Mistelbach sowie als Anbindung an den öffentlichen Verkehr durch die S2 eine Installierung einer Museumsbahn zwischen Mistelbach Lokalbahn und Asparn an der Zaya angestrebt wird.
Hiermit könnte in einem Tag eine attraktive Runde absolviert und zudem noch eine Tourismusattraktion wie das Urgeschichtemuseum Asparn, Schulmuseum Michelstetten, Wildpark Ernstbrunn, Museumszentrum Mistelbach etc. besucht werden. So würde auch neben der Weinvierteldraisine auch die Erlebnisweltbahn zwischen Wien und Ernstbrunn sowie die gesamte Region eine weitere Aufwertung erfahren. In zahlreichen, noch zu führenden Gesprächen wird eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung angestrebt, zum Wohle der Region Leiser Berge-Mistelbach und seiner Gäste!
Informationen über die Fahrraddraisinen erhalten Sie hier: